Ärztliche Selbsterfahrung
(Tiefenpsychologisch)

Intensiv-Curriculum in Hannover.

Die Selbsterfahrung ist weit mehr als eine formale Pflicht für den Facharzttitel – sie ist eine Reise zu sich selbst. Unser Curriculum bietet eine fundierte Weiterbildung in der besonderen Atmosphäre von drei fünftägigen Seminaren in Hannover, um echten Raum für persönliche und fachliche Veränderung zu schaffen.
Zielgruppe
Dieses Angebot richtet sich an Ärztinnen und Ärzte in der Weiterbildung sowie psychotherapeutisch Tätige:

  • Psychiatrie und Psychotherapie sowie Psychosomatik

  • Kinder- und Jugendpsychiatrie

  • Fachärztinnen und Fachärzte für die Zusatzbezeichnung „Psychotherapie – fachgebunden“

  • Psychologinnen/Psychologen, Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Umfang: 150 Unterrichtseinheiten (UE) à 45 Minuten.
Aufbau: 3 Blockseminare à 5 Tage über einen Zeitraum von gut 12 Monaten
Gruppengröße: Feste Gruppe von 10–12 Teilnehmenden
Seminarzeiten: Täglich von 08:30–15:30 Uhr
Ort: Hannover
Zusatzoption: Möglichkeit zur vertiefenden Einzelselbsterfahrung beim Dozenten zwischen den Blöcken

Kosten: 1.500 Euro pro Block

Anerkennung & Richtlinien: Das Curriculum entspricht vollumfänglich den Richtlinien der Muster-Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Niedersachsen und deckt die Anforderungen für verschiedene Facharztqualifikationen ab. Die Anerkennung von Fortbildungspunkten (CME) ist bei der zuständigen Ärztekammer Niedersächsischen beantragt/erteilt.

Portrait von Dr. Christoph Möller
Dr. med. Christoph Möller
Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Hannover.
Ermächtigung zur Weiterbildung für Selbsterfahrung in der Gruppe (tiefenpsychologisch) durch die Ärztekammer Niedersachsen.

Intensivierung statt Alltagsroutine.

Statt den Arbeitsalltag nur kurz zu unterbrechen, nutzen wir die Ruhe von drei hochintensiven Blockseminaren.

  • Intensive Gruppendynamik: Durch das gemeinsame Erleben vor Ort entsteht eine tiefe, vertrauensvolle Dynamik in einer festen Gruppe.

  • Zeit für Eigenreflexion: Fernab von Klinikalltag und Routine bietet das Setting den nötigen Freiraum, um „blinde Flecke“ zu beleuchten und das therapeutische Handeln nachhaltig zu professionalisieren.

  • Systemische Elemente: Zwischen den Seminaren laden ich Sie ein, Ihre eigene Herkunft anhand systemischer Elemente tiefer zu reflektieren und diese Erkenntnisse gewinnbringend in den nächsten Selbsterfahrungsblock einzubringen.


Die therapeutische Persönlichkeit als Instrument des Verstehens
In der psychotherapeutischen Arbeit ist die Person des Therapeuten weit mehr als ein bloßer Vermittler von Techniken; sie ist die zentrale Wirkvariable des Heilungsprozesses. Um die eigene Persönlichkeit als präzises „Resonanzinstrument“ nutzen zu können, ist eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie und psychischen Struktur unerlässlich.
Warum Selbsterfahrung?
Nur wer die eigenen inneren Konflikte und Ressourcen kennt, kann diese gezielt zum Wohle der Patientinnen und Patienten einsetzen. So minimieren Sie blinde Flecken, die die Beziehungskompetenz einschränken können. Viele Dynamiken im therapeutischen Alltag – insbesondere Schwierigkeiten im Umgang mit Beziehungsstrukturen – wurzeln in der eigenen Lebensgeschichte und den daraus resultierenden Übertragungsmustern.
Die Selbsterfahrung dient dazu:

  • Die Passung zu bestimmten Störungsbildern und Patientengruppen zu reflektieren.

  • Eine authentische und stabile Therapeutenidentität zu entwickeln.

  • Eigene Defizite zu integrieren, um Verwicklungen im therapeutischen Prozess vorzubeugen.


Schwerpunkte der psychodynamischen Arbeit



  • Biografische Genese & Schemata: Wir erarbeiten die zentralen unbewussten Grundannahmen, die Ihre emotionale Kompetenz und Ihr Handeln steuern.

  • Ressourcen & Psychohygiene: Aktive Ressourcenarbeit dient nicht nur dem persönlichen Wachstum, sondern ist eine essenzielle Burnout-Prophylaxe.

  • Identitätsbildung: Wir unterstützen Sie dabei, unter Nutzung Ihrer individuellen Stärken eine gefestigte Identität als Therapeutin oder Therapeut zu formen.

  • Interventionen „hautnah“: Das Erleben therapeutischer Techniken aus der Patientenperspektive ermöglicht ein tieferes Verständnis der Wirkungsweise.

  • Szenisches Verstehen: Gemeinsames Reflektieren über den Umgang mit herausfordernden Therapiesituationen und den darin enthaltenen Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomenen.